Arbeiterkammer-Büro in Wörgl neu eröffnet
Im Zuge des Regionalisierungskonzeptes der Arbeiterkammer Tirol wurde im Dezember 2018 die Arbeiterkammer-Filiale am Wörgler Bahnhofsplatz eröffnet. Jetzt wurden die Räumlichkeiten erweitert und vergangenen Freitag, 12. Jänner, neu eröffnet.
Im Vergleich zum Jahr 2018 - noch vor der Eröffnung der Wörgler Außenstelle - konnten die Beratungszahlen in der Bezirkskammer Kufstein (Außenstellen Kufstein und Wörgl) im Jahr 2023 fast verdoppelt werden. Zum Start waren in Wörgl zwei Berater angestellt, mittlerweile kümmern sich sieben Angestellte um die Anliegen der Mitglieder. Daher fiel auch im vergangenen Frühjahr 2023 der Entschluss, die Räumlichkeiten von 165 m2 auf 330 m2 zu vergrößern. Umgebaut bzw. ausgebaut wurde von September bis Dezember, die Arbeiterkammer investierte dafür € 766.000,-. „Es ist großartig, was die Arbeiterkammer leistet. Die AK ist ein toller Ansprechpartner für alle, die in diesem Bereich Unterstützung brauchen“, freut sich Bgm. Michael Riedhart über die Investition in den Standort. „Es ist uns ein Ansinnen, die Regionen zu stärken. Wir kümmern uns um die Probleme von A bis Z“, ergänzt AK-Präsident Erwin Zangerl.
Erfolge
Die Themen im Arbeitsrecht sind breit gefächert und reichen von ungerechtfertigten Entlassungen, ausständigen Lohnzahlungen, nicht bezahlten Überstunden bis hin Arbeitgeberforderungen aus Konkurrenzklauseln oder Ausbildungskostenrückersatz. Durch die arbeitsrechtlichen Interventionen der Bezirkskammer Kufstein konnten im vergangenen Jahr über € 1,3 Mio. für die Mitglieder einbringlich gemacht werden. In 76 Fällen mussten Klagen beim Arbeits- und Sozialgericht eingebracht werden, die daraus erzielten Vertretungserfolge beliefen sich auf ca. € 200.000,-.
Im Jahr 2023 wurden insgesamt 9.138 persönliche Beratungen, 5.340 telefonische Beratungen und 739 schriftliche Beratungen durchgeführt. 44 % davon betrafen das Arbeitsrecht, 21 % das Steuerrecht, 14 % das Sozialrecht und 10 % das Konsumentenrecht.
Eröffnung der neuen Räumlichkeiten der AK Wörgl: Mag. Gerhard Pirchner (Direktor AK Tirol), Bgm. Michael Riedhart, MMag. Georg Ritzer (Leiter AK Kufstein), Mag. Gert Gschließer (Leiter AK Bezirksstelle Wörgl) sowie AK-Präsident Erwin Zangerl (v. l.)
Siegerprojekt für Kufsteiner Kasernenareal steht fest
Am 10. Jänner wurden im Kufsteiner Kulturquartier die drei Projekte für das ehemalige Kufsteiner Kasernenareal präsentiert, die es in die Endauswahl schafften. Tags darauf entschied ein Gremium über das Siegerprojekt.
Bei der öffentlichen Bürgerveranstaltung im Kultur Quartier Kufstein präsentierten die drei Planungsteams ihre Entwüfe zum zukünftigen Stadtquartier auf dem rund 6,5 ha großen ehemaligen Kasernenareal. Das Interesse für dieses Planungsverfahren war erneut groß: rund 120 Bürger haben die Chance zur Beteiligung wahrgenommen. Diese konnten sich nicht nur ausführlich über die unterschiedlichen Entwürfe informieren, sondern auch ihre Eindrücke und Anforderungen an das neue Areal einbringen.
Neben einem qualitätsvollen Grünraum für alle, wurde auch der Bedarf für einen guten Mix an freifinanzierten und gemeinnützigen Wohnungen als wichtig erachtet.
Endtcheidung erst tags darauf
An diesem Abend lag die Entscheidung des Verfahrens noch nicht vor. Denn die Sitzung des fachlich besetzten Gremiums tagte erst am darauffolgenden Tag und wählte aus den drei Projekten den Sieger aus. Einstimmig empfiehlt das Gremium mit dem Konzept des Innsbrucker Büros Snohetta in die nächsten Planungsschritte zu gehen. „Der Entwurf überzeugt durch seine städtebauliche Komposition, das Angebot an vielfältigen Gebäudestrukturen und die hohen Qualitäten für Wohnen, Bildung und gewerblichen Nutzungen am Areal. Es entsteht ein spannendes und abwechslungsreiches neues urbanes Quartier, dessen Herzstück ein großer öffentlicher Park bildet“, beschreibt Prof. Scheuvens das Siegerprojekt, Mitglied des Gremiums.
Auf der Basis des Siegerentwurfes erfolgen nun die konkretisierenden Planungsschritte für das anschließende Widmungsverfahren.
„Das neue Quartier bettet sich behutsam in die Umgebung ein. Der zusammenhängende Park öffnet sich auf alle Seiten und stellt einen besonderen Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Nachbarschaften dar. Dieser wird zur besonderen Adresse des neuen Stadtteils in Kufstein werden“, bekräftigt Architektin Freimüller-Söllinger, Vorsitzende des Gremiums.
Erste Baumaßnahmen frühstesten 2026
Die ersten baulichen Maßnahmen werden frühestens ab 2026 zu erwarten sein. „Das Areal soll schrittweise und behutsam entwickelt werden. Dies wird über mehrere Jahre erfolgen und die Planungen werden immer wieder an den aktuellen Bedarf angepasst“, stellt Thomas Bodner, geschäftsführender Gesellschafter der Bodner Gruppe, sicher.
Am späteren Sieger waren auch die Besucher am stärksten interessiert.
Das Siegerprrojekt.
VS Oberlangkampfen österreichweit unter den Top 3 bei Straßenmalwettbewerb
Erst im November 2023 wurde die VS Oberlangkampfen für ihr Straßenkunstwerk, an dem alle 110 Schüler mitgewirkt haben, ausgezeichnet. Jetzt gab es gleich nochmal einen Preis, eine große Metallbox voller Unterrichts-Utensilien für den Straßenverkehr, da sie auch österreichweit die Jury überzeugten und zu den drei Besten gehören.
„Es haben sehr viele Schulen teilgenommen, unter den Top 3 zu sein ist ein super Ergebnis“, so LR René Zumtobel, der persönlich mit Klimabündnis Tirol Geschäftsführer André Stigger die Box des Ministeriums in Oberlangkampfen vorbeibrachte.
„Gratulation an die VS Oberlangkampfen, die wieder einmal einen Preis eingeheimst hat, die machen das ja dauernd“, freute sich auch Vizebürgermeister Josef Greiderer über die Auszeichnung.
V. l.: LR René Zumtobel, Direktorin Waltraud Strubreither, Vizebgm. Josef Greiderer und Klimabündnis-Geschäftsführer André Stigger mit den Kindern und Lehrern der VS Oberlangkampfen.
Frohe Weihnachten!
Die nächste Ausgabe des Kufsteinblick erscheint am 17. Jänner 2024 - Redaktionsschluss ist am Freitag, 12. Jänner 2024, 17 Uhr.
Wörgler Budget in Marathonsitzung beschlossen
Ein Gesamtbudget über knapp € 50 Mio. wurde vergangenen Donnerstag, 14. Dezember, nach einer 7,5-stündigen Marathonsitzung vom Wörgler Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Um alle Investitionen stemmen zu können, wird ein Kredit in der Höhe von € 3 Mio. aufgenommen.
Die Stadt Wörgl kalkuliert für das kommende Jahr 2024 ein Minus von insgesamt € 6,2 Mio. - lt. Budgetvoranschlag dienen alleine € 3 Mio. zur Ausfinanzierung der Begegnungszone in der Bahnhofstraße. Diese sollen über einen Kredit finanziert werden, die restlichen € 3,2 Mio. kommen aus liquiden Mitteln. „Wir haben uns mit jeder einzelnen Haushaltsstelle befasst und versucht, das Budget für nächstes Jahr so genau und treffsicher zu gestalten, wie ein Budget gestaltbar ist. Der Aufwand hat sich rentiert“, resümiert Bgm. Michael Riedhart (Wörgl Bewegen/ÖVP) zufrieden. Es sei wichtig, auch in Zeiten der Krise Investitionen zu tätigen.
Eingeplant sind u. a. Ausgaben für den Zu- und Umbau der Voksschule/Kindergarten Bruckhäusl (€ 1,1 Mio.), für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Wörgler Seniorenheim (€ 500.000,-), für die Umstellung des Flutlichts vom SV Wörgl auf LED (€ 200.000,-), für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED (€ 150.000,-)
sowie die Anzahlung für ein Feuerwehrfahrzeug (€ 100.000,-) und für einen Kipper für die Straßenreinigung (€ 64.000,-).
Scharfe Kritik
„Bei diesem Budget kann man einfach nicht mitgehen. Man fährt Wörgl ja komplett an die Wand“, erklärte GR Christopher Lentsch (Freiheitliche Wörgler Liste) gleich zu Beginn der Diskussion, ohne auf einzelne Punkte einzugehen.
Konkreter wurde GR Gabi Madersbacher (Liste Hedi Wechner): „Die Bevölkerung und auch die Gemeinderäte werden hier für dumm verkauft. Ich brauche diese € 3 Mio. nicht zusätzlich für die Begegnungszone, sondern für den laufenden Haushalt.“ Madersbacher sieht die Rücklagenentwicklung wie auch StR. Christian Kovacevic (Liste Hedi Wechner) sehr kritisch. Im Jahr 2022 sind die Rücklagen von rund € 16 Mio. auf € 13 Mio. - und im Jahr 2023 von € 13 Mio. auf € 7 Mio. geschrumpft. Ende 2024 sollen lediglich noch 3,8 Mio. übrig bleiben. „Wir haben kein Geld mehr und müssen eine neue Schule bauen, eine Nordtangente fertigstellen, den Hochwasserschutz zahlen - und dazu kommt es zu dauerhaften Überschreitungsbeschlüssen im Stadtrat. Matrei in Osttirol und Seefeld lassen grüßen“, sagt Madersbacher. Jeder Mandatar, der dieses Budget mitbeschließe, sei mitverantwortlich für die zukünftige ruinöse und desaströse finanzielle Situation Wörgls. „Wir hinterlassen der nächsten Generation einen Scherbenhaufen“, schließt Madersbacher.
Lt. Kovacevic habe die Stadt Wörgl durch den neuen Kredit pro Jahr ca. € 1,2 Mio. an Tilgungen zu leisten: „Das Geld, das uns pro Jahr zur Verfügung steht, wird in Zukunft für Kreditrückzahlungen verwendet. Somit sind die frei verfügbaren Mittel bei 0.“
Vize-Bgm. Roland Ponholzer (Wir für Wörgl) hat „so etwas Trauriges und Skandalöses wie dieses Budget“ noch nie gesehen: „Wir finanzieren Verluste mit Krediten.“ Ponholzer rechnete vor, dass die Stadt Wörgl Ende 2022 € 16 Mio. Schulden und Haftungen hatte, Ende 2023 bereits 29,4 Mio und Ende 2024 € 32,8 Mio. Im mittelfristigen Finanzplan seien es dann € 56,8 Mio. im Jahr 2028.
Ebenfalls kritisiert wurden die steigenden Personalkosten von € 15,1 Mio. im Jahr 2022 auf € 18,4 Mio. im Jahr 2024. Riedhart erklärte diesen Anstieg mit den gesetzlichen Lohnerhöhungen.
Der Budgetvoranschlag wurde vom Gemeinderat mit 12:7 Stimmen bzw. einer Enthaltung mehrheitlich beschlossen.
Zu wenig Sitzungen?
Bereits im Vorfeld der Gemeinderatssitzung übte der SPÖ-Landtagsabgeordnete und Wörgler Stadtrat Christian Kovacevic scharfe Kritik an Riedhart. Nicht nur die jährlich lediglich fünf Gemeinderatssitzungen sind dem Fraktionsvorsitzenden der Liste Hedi Wechner viel zu wenig, auch dass drei dieser Sitzungen zeitgleich mit den Landtagssitzungen angesetzt wurden, sei kein Zufall. „Ich habe mehrmals versucht, beim Bürgermeister zu intervenieren, dass wir mehr Sitzungen machen. Man merkt, dass ihn diese öffentlichen Gemeinderatsstizungen stören und deshalb reduziert er diese auf ein Minimum. Es ist schade, weil die Bevölkerung nicht regelmäßig die Möglichkeit hat, sich über das politische Geschehen in Wörgl zu erkundigen“, erklärt Kovacevic.
Auch die neue Beginnzeit mit 9 Uhr ist ihm ein Dorn im Auge: „Im Gemeinderat sind viele Mandatare berufstätig. Der Bürgermeister und seine Fraktion haben kein Problem, weil der Großteil im öffentlichen Dienst steht. Aber es ist eine Frechheit gegenüber normalen Arbeitnehmern, weil die sich immer Urlaub nehmen müssen.“ Iris Kahn plädierte aufgrund der vielen Tagesordnungspunkte ebenfalls für mehr Gemeinderatssitzungen, dazu sieht die Grünen Gemeinderätin die Beginnzeit ebenfalls kritisch: „Eigentlich sollten die wenigen Urlaubstage den Familien vorbehalten sein.“
Riedhart verstehe das Argument mit dem Urlaub - jedoch sei es zumutbar, sich diese Tage freizunehmen.
Das Budget wurde vom Wörgler Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.