Beim traditionellen Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Kufstein vergangenen Mittwoch, 14. Jänner, standen aktuelle Wirtschaftsthemen aus dem Bezirk im Mittelpunkt. Dazu präsentierte WK-Präsidentin Barbara Thaler die neuen Konjunkturdaten.
Bewilligungen, Verkehr und Wertschätzung
Die WK-Bezirksobfrau Sonja Altenburger fordert für Unternehmer eine „Fast-Lane“ für schnellere Baubewilligungen: „Unternehmen, die investieren, Arbeitsplätze schaffen und Verantwortung übernehmen, brauchen eine verlässliche und zeitnahe Zusage. Wenn es ein Projekt ist, das allen behördlichen Vorgaben entspricht, dann soll man als Unternehmer bevorzugt behandelt werden.“ Nur so würden Investitionen und Wertschöpfung möglich sein. Letztere sei lt. Altenburger ein zentrales Anliegen im Bezirk Kufstein: Unter dem Leitgedanken „Zusammen:mehr – Wertschätzung für Wertschöpfung“ will die WK-Bezirksstelle Kufstein verdeutlichen, welche Bedeutung eine funktionierende Wirtschaft für den Bezirk hat.„Jedem, der hier vor Ort Abgaben zahlt, Vorort kauft und das soziale Gefüge mit unterstützt, soll Wertschätzung für seine Wertschöpfung entgegengebracht werden“, fasst die Bezirksobfrau zusammen.
Ein weiteres Thema für den Bezirk Kufstein bleibt die Verkehrssituation, insbesondere die Blockabfertigung an der Grenze zu Bayern. Unkalkulierbare Wartezeiten führen zu Verzögerungen bei Lieferketten, belasten den Wirtschaftsverkehr und wirken sich auch auf den regionalen Nahverkehr aus. Eine Patentlösung hierfür gibt es lt. Altenburger aber nicht. WK-Präsidentin Thaler spricht sich beim Land Tirol dafür aus, unterschiedliche Modelle zu erproben. Beispielsweise könnte das Nachtfahrverbot an neuralgischen Tagen um eine Stunde vor- oder zurückverlegt werden, um die Auswirkungen auf den Frühverkehr zu analysieren.
Wirtschaft stabilisiert sich
„Die Tiroler Wirtschaft hat wieder Boden unter den Füßen – aber sie läuft noch vorsichtig“, betonte Thaler. Die jüngsten Konjunkturdaten würden zeigen, dass sich die Lage gegenüber dem Vorjahr spürbar verbessert und stabilisiert hat.
Stabilisierend wirkt vor allem der Tourismus, auch Handel sowie Information & Consulting verzeichnen deutliche Verbesserungen, die Bauwirtschaft bleibt trotz Fortschritte weiterhin die einzige Branche im negativen Bereich.
Als größte Belastungen nennen die Unternehmen weiterhin hohe Arbeitskosten, Bürokratie sowie Steuern und Abgaben. Unter der Voraussetzung stabiler geopolitischer Rahmenbedingungen erwartet die Wirtschaftskammer Tirol für heuer ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent.

V. l.: Bezirksstellenleiterin Verena Weiler, WK Tirol Präsidentin Barbara Thaler sowie Bezirksobfrau Sonja Altenburger
