Die Stadt Kufstein hat eine Unterlassungsklage gegen Stadtrat Lukas Blunder (ehemals MFG) eingereicht (der Kufsteinblick berichtete). Die erste Verhandlung fand am Montag, 16. März, am Bezirksgericht Kufstein statt und war auf lediglich 45 Minuten angesetzt.

Gleich zu Beginn der Sitzung stimmte die Stadt Kufstein einer Reduzierung des Streitwertes der Klage aus wirtschaftlichen Gründen von € 11.000,- auf € 4.000,- zu. Auch auf eine Veröffentlichung im Falle einer Verurteilung wurde verzichtet.

Stasimethoden und Amtsmissbrauch 
Blunder soll in einer Sitzung des Überprüfungsausschusses am 26. November 2025 Begriffe wie „Stasimethoden“ und „Amtsmissbrauch“ gegenüber Mitarbeitern des Stadtamtes verwendet haben, woraufhin der Stadtrat bei seiner Sitzung am 15. Dezember mehrheitlich für eine Klage stimmte. Blunder sieht seine Formulierungen als abgeschwächt an, da er die Möglichkeitsform gewählt habe. Bereits am 4. Februar hatte der Kufsteiner Gemeinderat einstimmig alle Beteiligten von der Geheimhaltungspflicht entbunden.
Der Richter betonte: „Die Meinungsfreiheit hat seine Grenzen, etwa bei unrichtigen Behauptungen. Es müsste geklärt werden, ob es sich um zulässige Kritik handelte.“ Ohne Einigung droht ein umfangreiches Verfahren mit vielen Zeugen, so der Richter.

Stadt Kufstein zu Einigung bereit
Die Stadt Kufstein wäre zu einer Einigung bereit, wenn Blunder seine Aussagen gegenüber den Mitarbeitern widerruft und der Unterlassung zustimmt. Bgm. Martin Krumschnabel erklärte: „Die Mitarbeiter wollen, dass so etwas nie wieder passiert.“ Die Stadt habe den Vorfall gleich nach der Sitzung protokolliert, ergänzte der Stadtchef. 
Die Anwältin von Blunder bat um 14 Tage Beratungszeit, die der Richter bewilligte. In einer Stellungnahme zeigte sich Blunder überrascht von der Vergleichsbereitschaft. Er kündigte an, das Angebot mit seiner Rechtsvertretung zu prüfen. „Für mich ist zentral, dass alle Fakten und die ganze Wahrheit öffentlich werden“, so Blunder. Dafür müsste der Fall aber wohl vor Gericht ausverhandelt werden. Eine entsprende Anfrage des Kufsteinblick an Lukas Blunder wurde bis Redaktionsschluss nicht beantwortet. 
Spätestens am 8. April ist Blunder erneut vor Gericht: Dort geht es um seine Privatanklage sowie Anträge gegen das Mediengesetz wegen Vorwürfen gegen Bürgermeister Krumschnabel und dem Kufsteinblick.