Nächster Schritt für neues Sozialzentrum in Kufstein
Neben einem modernen Altenwohn- und Pflegeheim sollen im neuen Sozialzentrum auch Platz für betreutes Wohnen und der Sozialsprengel entstehen. Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 25. März, stand dazu ein Grundsatzbeschluss auf der Tagesordnung.
An den beiden bestehenden Altenwohnheimen Zell und Innpark sind die jährlichen Abgänge kontinuierlich gestiegen. Alleine in den letzten Jahren kamen über € 18 Mio. zusammen. Aus Sicht der Kufsteiner Finanzabteilung besteht ein erhebliches Risiko weiterer Abgänge, auch wenn durch bereits gesetzte Maßnahmen mit einer Entlastung zu rechnen ist.
Das Altenwohnheim Zell befindet sich in einem substanzmäßig schlechten Zustand, heißt es in dem Bericht; dies habe man sich auch durch ein externes Baumanagement bestätigen lassen. Eine Sanierung würde rund 80 Prozent eines Neubaus kosten und wird mit mindestens € 20 Mio. geschätzt.
Für das Altenwohnheim Innpark sind jährlich € 528.000,- Miete zu zahlen. Als alleiniger Standort ist dieser nicht ausreichend. Hinzu kommt, dass durch die zwei Standorte Mehrkosten in Verwaltung, Küche, Technik, Logistik und Organisation entstehen. Aus diesem Grund sieht man den Neubau am ehemaligen Kasernen-Areal in Kufstein als wirtschaftlich sinnvollste und nachhaltigste Lösung. Geplant ist ein ganzheitliches Konzept mit neuem Altenwohn- und Pflegeheim, betreutem Wohnen, Räumlichkeiten für den Sozialsprengel sowie einer Garage mit ausreichend Stellplätzen.
Das Altenwohn- und Pflegeheim soll 140 Betten erhalten, wovon 120 Betten auf Kufstein und 20 Betten auf Schwoich entfallen. Falls sich der Gemeinderat in Thiersee bei seiner Sitzung am Montag, 30. März (nach Redaktionsschluss), für Kufstein als künftigen Altenwohnheim-Standort entscheidet, wären weitere 35 Betten notwendig. Die Baukosten würden rund € 35 Mio. betragen, hinzu kommen etwas mehr als € 5 Mio. für Grundstücks- und Nebenkosten.
Die Finanzierung erfolgt über Eigenmittel der TIGEWOSI, der Stadtgemeinde und der Kufsteiner Immobiliengesellschaft. € 15,1 Mio. fließen über ein Wohnbauförderungsdarlehen. Die TIGEWOSI würde das Projekt umsetzen und vermietet es der Stadtgemeinde Kufstein mit Kaufoption. Die Finanzierungsbelastung beträgt monatlich rund € 35.824,-; nach fünf Jahren kommen durch das Auslaufen eines Annuitätenzuschusses weitere € 16.780,- pro Monat hinzu. Hinzu kommen die Betriebskosten.
Für das betreute Wohnen (2.250 m² Nettonutzfläche) rechnet man mit Gesamtkosten von ca. € 9,71 Mio. Die monatliche Finanzierungsbelastung liegt hier bei rund € 15.400,-. Für den Sozialsprengel wären 800 m² vorgesehen (Kosten rund € 3,46 Mio.), die Quartiersgarage mit 230 Stellplätzen ist mit € 8 Mio. veranschlagt. Diese Kosten würden durch die Nutzer beglichen werden.
Durch die Bündelung der sozialen Einrichtungen würden erhebliche betriebliche Synergien entstehen. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für den Grundsatzbeschluss, nun können weitere Gespräche zu diesem Projekt stattfinden.
Einstimmig sprach sich der Kufsteiner Gemeinderat am 25. März für den Grundsatzbeschluss zum Neubau eines Altenwohn- und Pflegeheims aus.
Großes Interesse und starke Impulse bei 3. Gesundheits- & Vitalitätswoche
Bereits zum dritten Mal organisierte das Standortmarketing Hohe Salve - Wildschönau eine Gesundheits- & Vitalitätswoche. Von 16. bis 20. März nutzten zahlreiche Besucher das vielfältige Angebot, zum Abschluss stand die Gesundheitsstraße auf dem abwechlsungsreichen Programm.
Unter dem Motto „Fit ins Frühjahr“ wurden in Itter, Hopfgarten und Wildschönau von Montag bis Donnerstag insgesamt 14 verschiedene Workshops, Vorträge und Bewegungseinheiten kostenlos angeboten. „Das Interesse wird jedes Jahr größer. Heuer waren fast alle Veranstaltungen ausgebucht“, freute sich Michaela Hausberger, Koordinatorin vom Standortmarketing Hohe Salve – Wildschönau.
Den Höhepunkt bildete erneut die Gesundheitsstraße zum Abschluss der Woche, die heuer in der Volksschule Itter stattfand und von Manfred Pranger und Reinfried Herbst eröffnet wurde. Zuvor besuchten die beiden ehemaligen Skiprofis die Volksschulen Itter und Hopfgarten, wo sie im Rahmen einer Bewegungseinheit mit Koordinationsspielen und gezieltem Krafttraining den Kindern die Bedeutung einer gesunden Körperhaltung vermittelten. „Wenn es um die Gesundheit geht, wird es erst dann ernst, wenn man ein Problem hat. Uns geht es um die Vorsorge“, erklärte Herbst.
15 Aussteller
Zahlreiche Besucher nutzten die vielfältigen Stationen der Gesundheitsstraße – von Vital-Checks über Gleichgewichts- und Stabilitätstests bis hin zu Hörtests und Beratungsangeboten. Ergänzt wurde das Programm durch kurze Impulsvorträge, ein Kinderprogramm sowie regionale Angebote. „Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen. Es zahlt sich aus, etwas zu tun. Uns ist es ein wichtig, entsprechende Angebote bereitzustellen“, so Bgm. Roman Thaler abschließend.

V. l.:: Manfred Pranger, TVB-Geschäftsführer Stefan Astner, Bgm. Hannes Eder (Wildschönau), Bgm. Roman Thaler (Itter), Bgm. Paul Sieberer (Hopfgarten), Reinfried Herbst sowie Michaela Hausberger.
Kufstein unlimited setzt verstärkt auf Rock
Das größte Rock- und Popfestival Westösterreichs geht am 12. und 13. Juni in die nächste Runde. Vergangenen Donnerstag, 19. März, präsentierte Thomas Ebner, Geschäftsführer der Standortmarketing Kufstein GmbH, ein spannendes Line-up für Kufstein unlimited.
Aus rund 400 Bewerbungen wurden auch heuer wieder 43 Bands ausgewählt, welche auf fünf verschiedenen Bühnen für ein abwechslungsreiches Programm sorgen. Die heurige Auflage wird spürbar rockiger – dies versprechen auch die verschiedenen Hauptacts: U. a. konnten Anna Buchegger, Django3000, James Cottriall, Alle Achtung, Pænda, Salò, MandelKokainSchnaps, die Basement Saints und Van Holzen engagiert werden.
DJ-Beats am Fischergries
Nach ihrer erfolgreichen Premiere im Vorjahr sind das „unlimited Wohnzimmer“ beim Kirchplatz und die Karaoke-Bühne gegenüber vom Feucht auch heuer fixer Bestandteil von Kufstein unlimited. Neben den hochkarätigen Acts auf den Bühnen in der Innenstadt dürfen elektronische Musikfans in diesem Jahr wieder große Shows und beste Partymusik auf der DJ-Bühne am Fischergries erwarten. Am Freitag stehen Aron, Stay Young, Noisegig, Lyuke, Forage und Shany an den Decks. Am Samstag übernehmen Tend & Lou, No Limit, Nickyrella, DJ Spicy und Medun.
Walking-Acts und Kinderprogramm
Abgerundet wird das Programm wieder mit einzigartigen Straßenkünstlern (u. a. Colors, Pappagalli, Living Trees) sowie einer großen Kinderzone vor der Fachhochschule im Stadtpark. Auf die Kleinsten warten u. a. ein Kletterturm, Hüpfburgen und Bobbycars.
Image und Identität
„So eine Veranstaltung in dieser Größe und Qualität ist für die Bevölkerung und für die Besucher sehr stark identitätsstiftend. Menschen, die hier leben und arbeiten, erleben die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive“, erklärt Ebner. Image und Identität seien im Hinblick auf Wohnen, Freizeit und Konsum wichtige Voraussetzung für die Entscheidungsfindung von Menschen: „Deswegen sind solche Events ein ganz wichtiges wirtschaftliches und soziales Element für die Entwicklung einer Stadt.“
Auch Georg Hörhager, Obmann vom TVB-Kufsteinerland, ist stolz auf das Festival: „Kufstein unlimited macht unsere Urlaubsregion und unsere Stadt jung und modern und zeigt, was wir können. Es strahlt weit über unsere touristischen Grenzen hinaus - und wir haben nur positives Feedback.“
Keine Einsparungen
Während die Stadt Kufstein derzeit in vielen Bereichen den Sparstift ansetzt, bleibt Kufstein unlimited davon unberührt: Die Stadt Kufstein und der TVB Kufsteinerland steuern wie im Vorjahr € 150.000,- bei, das Gesamtbudget konnte sogar auf € 350.000,- erhöht werden (2025: € 330.000,-).
Alle weiteren Infos sowie das komplette Programm finden Sie unter www.kufsteinunlimited.at

Das heurige Line-up wurde im Beisein der Sponsorenvertreter präsentiert.
Erste Gerichtsverhandlung „Stadt Kufstein gegen Stadtrat Lukas Blunder“
Die Stadt Kufstein hat eine Unterlassungsklage gegen Stadtrat Lukas Blunder (ehemals MFG) eingereicht (der Kufsteinblick berichtete). Die erste Verhandlung fand am Montag, 16. März, am Bezirksgericht Kufstein statt und war auf lediglich 45 Minuten angesetzt.
Gleich zu Beginn der Sitzung stimmte die Stadt Kufstein einer Reduzierung des Streitwertes der Klage aus wirtschaftlichen Gründen von € 11.000,- auf € 4.000,- zu. Auch auf eine Veröffentlichung im Falle einer Verurteilung wurde verzichtet.
Stasimethoden und Amtsmissbrauch
Blunder soll in einer Sitzung des Überprüfungsausschusses am 26. November 2025 Begriffe wie „Stasimethoden“ und „Amtsmissbrauch“ gegenüber Mitarbeitern des Stadtamtes verwendet haben, woraufhin der Stadtrat bei seiner Sitzung am 15. Dezember mehrheitlich für eine Klage stimmte. Blunder sieht seine Formulierungen als abgeschwächt an, da er die Möglichkeitsform gewählt habe. Bereits am 4. Februar hatte der Kufsteiner Gemeinderat einstimmig alle Beteiligten von der Geheimhaltungspflicht entbunden.
Der Richter betonte: „Die Meinungsfreiheit hat seine Grenzen, etwa bei unrichtigen Behauptungen. Es müsste geklärt werden, ob es sich um zulässige Kritik handelte.“ Ohne Einigung droht ein umfangreiches Verfahren mit vielen Zeugen, so der Richter.
Stadt Kufstein zu Einigung bereit
Die Stadt Kufstein wäre zu einer Einigung bereit, wenn Blunder seine Aussagen gegenüber den Mitarbeitern widerruft und der Unterlassung zustimmt. Bgm. Martin Krumschnabel erklärte: „Die Mitarbeiter wollen, dass so etwas nie wieder passiert.“ Die Stadt habe den Vorfall gleich nach der Sitzung protokolliert, ergänzte der Stadtchef.
Die Anwältin von Blunder bat um 14 Tage Beratungszeit, die der Richter bewilligte. In einer Stellungnahme zeigte sich Blunder überrascht von der Vergleichsbereitschaft. Er kündigte an, das Angebot mit seiner Rechtsvertretung zu prüfen. „Für mich ist zentral, dass alle Fakten und die ganze Wahrheit öffentlich werden“, so Blunder. Dafür müsste der Fall aber wohl vor Gericht ausverhandelt werden. Eine entsprende Anfrage des Kufsteinblick an Lukas Blunder wurde bis Redaktionsschluss nicht beantwortet.
Spätestens am 8. April ist Blunder erneut vor Gericht: Dort geht es um seine Privatanklage sowie Anträge gegen das Mediengesetz wegen Vorwürfen gegen Bürgermeister Krumschnabel und dem Kufsteinblick.

Traumstart: Kreative Gründer und Unternehmer ausgezeichnet
Am 11. März wurden im Theater Brixlegg die Sieger des ersten Calls des Unternehmerinnen- und Gründerwettbewerbs Traumstart geehrt. Die eingereichten Konzepte aus den Regionen Hohe Salve – Wildschönau und Brixlegg – Rattenberg zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig und modern heutige Geschäftsmodelle sind – von technologiebasierten Dienstleistungen über regionale Versorgungsangebote bis hin zu innovativen Gastronomie- und Wohnraumlösungen.
Landesrätin Katrin Brugger betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung von Gründergeist und Unternehmertum: „Ohne Unternehmer hätten wir leere Orte. Gründer sind besonders wichtig – sie haben Mut und viel Esprit!“ Auch Martin Schwaighofer von WiR Alpbachtal/Brixlegg-Rattenberg hob den Mehrwert des Programms hervor: „Der Wettbewerb bringt junge Unternehmer:innen und etablierte Betriebe zusammen. Dadurch entsteht wirtschaftlicher Mehrwert und nachhaltiger Impact für die Gemeinden.“
Siegerprojekte
Sechs Projekte überzeugten die Jury und wurden prämiert:
Evonolo Air (Hopfgarten): Drohnenbasierte Vermessungslösungen für Bau, Landwirtschaft und Gemeinden.
Frisch & Fertig (Wildschönau): Professionalisierung der regionalen Wäscherei für Beherbergungsbetriebe.
Peak Poké (Brixlegg): Frische, individuell kombinierbare Poké Bowls in Brixlegg.
RaumWandler (Wildschönau): Mobilisierung bestehender Gebäude und Schaffung leistbaren Wohnraums.
StatusQuo (Brixlegg): Regionales Catering mit gesunden, saisonalen Speisen für Schulen, Firmen und Schulungen.
Eine besondere Auszeichnung erhielt außerdem das Projekt Hochtalwelle. Gründerin Serima Wildvank startet als mobile Schwimmlehrerin in der Region – und sorgt damit für mehr Sicherheit und Freude am Wasser für Jung und Alt. Wegen ihres hohen gesellschaftlichen Mehrwerts wurde die „Hochtalwelle“ zusätzlich prämiert.
Die Gewinner profitieren von maßgeschneiderten Unterstützungsleistungen im Gesamtwert von über 100.000 Euro – darunter Coaching, Marketingberatung sowie die Einbindung in ein starkes regionales Partnernetzwerk.
Elfriede Klingler vom Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen sieht in Traumstart einen wichtigen Motor für Innovation: „In den Köpfen unserer Leute schlummern Ideen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Traumstart ist für sie die ideale Plattform.“ Bürgermeister Rudolf Puecher zeigte sich beeindruckt: „Die eingereichten Konzepte machen sichtbar, dass wir ein Standort für Innovation und neue Ideen sind – genau hier entsteht die Zukunft!“
Zweiter Call
Aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen wird es nun einen zweiten Call geben. Alle Projekte, die diesmal noch nicht prämiert wurden, haben die Möglichkeit, ihre Konzepte weiterzuentwickeln und erneut einzureichen – auch neue Ideen sind herzlich willkommen.
Abschließend unterstrich Nationalrat Josef Hechenberger die Bedeutung solcher Initiativen für die Region: „Wir brauchen Arbeitsplätze, Traumstart ist eine tolle Idee.“

V. l.: LR Katrin Brugger, Sarah Hnáthová und Lukas Harringer von Peak Poké und LA Josef Hechenbichler. Im April soll das Bowl-Lokal in Brixlegg eröffnet werden.
