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„Wenn Erinnerungen nicht mehr erzählt werden, gehen sie unter“

Bis Ende 2020 soll das Buch zur Geschichte der Stadt Kufstein im 20. Jahrhundert fertiggestellt werden. Im „Büro für Erinnerungen“ erhofft sich das Projektteam spannende Geschichten aus der Vergangenheit.

Im Zuge von Recherchen, Gesprächen mit Zeitzeugen und Erzählcafés soll die Entwicklung Kufsteins im 20. Jahrhundert aus den unterschiedlichsten Facetten beleuchtet werden. Bis Ende 2020 werden dann die Grundlagenwerke zu den jeweiligen Themenbereichen in einem rund 350-seitigen Stadtbuch zusammengefasst. Bisher konnten über 50 Interviews und acht Erzählcafés abgehalten werden. „Die Erhebungen zum Kufsteinbuch sollen so umfassend wie nur möglich werden. Es soll am Ende des Tages niemand sagen können: Aber meine Geschichte und mein Aspekt zum 20. Jahrhundert, der fehlt. Es wird immer Lücken geben, aber diese Lücken versuchen wir so gut wie möglich zu schließen“, erklärt Projektinitiator Andreas Falschlunger. „Wenn die Erinnerungen nicht mehr erzählt werden, gehen diese komplett verloren. Und das ist die wichtige Arbeit, die wir in den Erzählcafés schon geleistet haben und die hoffentlich auch mit dem Erzählbüros nochmal zum Tragen kommen“, ergänzt Manuel Dopsch.

„Büro für Erinnerungen“
„Wir haben ein neues Projekt auf die Beine gestellt, wo wir direkt an die Bevölkerung heran gehen und in vier Tagen die Leute einladen, sich mit ihren Geschichten und Fotos an uns zu wenden“, so Falschlunger. Ob geheime Treffpunkte in der Jugend, die Freizeit auf der Festung, spektakuläre Fahrten über die Grenze oder Erlebnisse rund um den Bau der Autobahn: Das „Büro für Erinnerungen“ sammelt persönliche Anekdoten mit Kufstein-Bezug. Hier stehen scheinbar nebensächliche, aber gerade für das gesellschaftliche Leben umso bedeutendere Alltagserinnerungen im Mittelpunkt. Weitere Infos: www.kufstein.at/stadtgeschichte

Termine und Themen
Freitag, 13.9., 13-17 Uhr: Foyer Sparkasse, Unterer Stadtplatz
Themenschwerpunkte: Freizeit Festung, Hausarbeit/unbezahlte Arbeit, Kochen/Essen, Schulerinnerungen
Samstag, 21.9., 10-14 Uhr:
Kufstein Galerien
Themenschwerpunkte: Erste Dinge/Einkaufen, Verbote/Gebote/Jugend, Liebes- und Heiratsgeschichten
Dienstag, 24.9., 15-19 Uhr: Hochhäuser Endach
Themenschwerpunkte: Leben Hochhäuser, Geschichten des Ankommens
Freitag, 27.9., 14-17 Uhr:
Altenwohnheim Zell
Themenschwerpunkte: (Unbezahlte) Arbeit, Infrastruktur, Stadtbild einst und jetzt

Das Projektteam freut sich an vier Terminen über persönliche Erinnerungen mit Kufstein-Bezug aus dem 20. Jahrhundert.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Notfall-App

Bereits im Jahr 2012 entwickelte das Land Tirol gemeinsam mit der Bergrettung und der Leitstelle die „Notfall Tirol“ App. Nach einer umfangreichen technischen Erneuerung kann die App ab sofort auch in Südtirol sowie in Bayern genutzt werden.

Das Interesse war groß, als vergangenen Freitag, 6. September, die neue „SOS-EU-Alp App“ im Blaulicht- und Gemeinde-Einsatzzentrum in Wörgl präsentiert wurde. Mit der neuen App kann nicht wie bisher nur in Nord- und Osttirol, sondern auch von Bayern und Südtirol aus mit dem Smartphone schnell und einfach ein Notruf abgesetzt werden, der samt Standort- und Kontaktdaten an die jeweilige Leitstelle übermittelt wird. „Das Westentliche ist, dass die App sehr schnell und sehr einfach funktioniert. Sowohl in der Basisbedienung, als auch die Installation“, erklärte Bernd Noggler, GF der Leitstelle Tirol.

Exakte Lokalisierung
Das Anwendungsgebiet umfasst Notfälle zur Alarmierung von Rettungsdiensten (Boden und Luft), Berg- und Wasserrettung sowie Feuerwehr. Nach betätigen eines App-Buttons werden neben den GPS-Daten die mögliche Abweichung davon sowie GPS-Abrufzeitpunkt, Akkustand des Handys sowie Höhe- und Kontaktdaten übermittelt. Weiters können die nächstgelegenen Defibrillator-Standorte abgerufen werden. „Diese Notfall-App (Anm. Notfall Tirol App) hat sich sehr gut bewährt. Es ist mir eine große Freude, dass die Zusammenarbeit zwischen Südtirol, Bayern und Tirol gerade in diesen Einsatzfragen intensiv ist und funktioniert“, betonte LH Günther Platter. „Es geht darum, dass wir moderne Technik bestmöglich nutzen, um mehr Menschenleben zu retten. Es war eine sehr gute Idee, das Projekt auszudehnen und dieses Wissen nicht nur auf Tirol zu begrenzen, sondern dass ihr auch eure Nachbarn daran teilhaben lässt“, bedankte sich der bayerische Staatsminister des Inneren, Joachim Herrmann.
Die App kann ab sofort im App-Store auf iOS bzw. im Google Playstore auf Android-Geräten kostenlos heruntergeladen werden (SOS-EU ALP). Unter Federführung der Leiststelle Tirol wurde gemeinsam mit der Agentur für Bevölkerungsschutz in Südtirol seit 2018 die App so programmiert, dass die Mehrsprachigkeit, die Ausweitung auf die Leistellen der Länder sowie die Datensicherheit gewährleistet sind.
Außerhalb von Tirol, Südtirol und Bayern wird mittels der App eine Verbindung zum internationalen Notruf aufgebaut.

V. l.: Joachim Herrmann, bayerischer Staatsminister des Innern, die Vorsitzende des bayerischen Kuratoriums für alpine Sicherheit, StM Michaela Kaniber, Tirols LH Günther Platter und Südtirols LH-Stv. Arnold Schuler.

Wörgl als erste Stadt Österreichs flächendeckend mit 5G ausgestattet

Wörgl wurde als erste Stadt Österreichs vollständig mit 5G versorgt. Am 27. August haben Bgm. Hedi Wechner und Drei CEO Jan Trionow das neue 5G Netz für Wörgl offiziell in Betrieb genommen.
„Die schnelle Internet-Anbindung ist einer der wichtigsten Zukunftsfaktoren für unseren Wirtschafts- und Bildungsstandort. Deshalb haben wir bereits vor zwanzig Jahren mit dem Aufbau eines stadteigenen Glasfasernetzes begonnen. Dank 5G sind wir nun früher als erhofft in der Lage, das gesamte Gemeindegebiet mit Highspeed-Internet zu versorgen“, betonte Wechner.
Mit 5G entsteht ein Mobilfunknetz, das sämtliche Kommunikationsbedürfnisse befriedigt: von Haushalten bis zu Industrie 4.0.
Für die Netzbetreiber ist die fünfte Mobilfunk-Generation die einzige Möglichkeit, mit dem ständig wachsenden Datenbedarf effizient umzugehen, da das neue Frequenzspektrum eine starke Kapazitätserweiterung ermöglicht. Außerdem wird 5G in Zukunft High-Speed-Übertragungsgeschwindigkeiten von 1 bis 10 GB/s ermöglichen.
Als einer von zwei Anbietern hatte Drei bei der österreichischen Frequenzauktion Anfang März 2019 die erforderlichen Frequenzen für den 5G Start noch in diesem Jahr erworben. Alle übrigen Betreiber werden mit 5G erst 2020 folgen.

Drei-CEO Jan Trionow übergab ein 5G-Modem an Bgm. Hedi Wechner.

Autofestspiele gehen in die zwölfte Runde

Westösterreichs größte Autoschau geht heuer bereits zum zwölften Mal über die Bühne. Am Samstag, 28. September, werden in der Kufsteiner Innenstadt über 200 Fahrzeuge von 20 Betrieben präsentiert.

Von den neuesten PKW-Modellen aller Händler mit zahlreichen Österreichpremieren über Edelsportwagen und Wohnmobilen bis hin zum Microcar: Auch heuer dürfen sich die Besucher der Autofestspiele wieder auf einige Highlights freuen. „Unser Ziel ist es, die Autofestspiele ständig zu optimieren. Wichtig ist, dass der ganze Tag für den Besucher mega attraktiv ist“, gibt Organisator Walter Edinger die Richtung vor. Ab 10 Uhr wird die Kufsteiner Innenstadt mit den Hauptzonen Oberer Stadtplatz, Unterer Stadtplatz, Fischergries, die Marktgasse sowie die Kinkstraße wieder zur Ausstellungs- und Fußgängerzone. Für über 200 Fahrzeuge können fachkundige Infos eingeholt werden, auch ein ungezwungenes Probesitzen ist jederzeit möglich. Dazu wird wieder ein vielseitiges Rahmenprogramm geboten: Von 11 bis 17 Uhr wird in der Josef-Egger-Straße/Kinkstraße eine Kinderwelt mit der Life Radio Tirol-Sommertour eingerichtet, Radio U1 Tirol gastiert bis Mittag am Oberen Stadtplatz. Auf den verschiedenen Plätzen verteilt sorgen Musiker und Künstler für eine unterhaltsame Abwechslung, dazu gibt es beliebte Aktivitäten wie ein Glücksrad mit tollen Preisen der Ausstellungspartner sowie einen Reifenwechsel-Wettbewerb. „Die Autofestspiele sind für uns im Herbst mittlerweile ein Highlight“, freut sich Christian Mölg.

Erster Service gratis
Für alle Besucher, die sich entscheiden, in der Zeit von 28. September bis 7. Oktober ein neues Fahrzeug bei einem der ausstellenden Betriebe zu kaufen, gibt es einen Gutschein für das erste große Service gratis.
Die Innenstadt gilt von 10 bis 17 Uhr als Fußgängerzone, alle Zufahrten zum Zentrum, die Tiefgaragen und Parkflächen können genutzt werden. Weitere Infos unter www.autofestspiele.at

Freuen sich auf die Autofestspiele: Organisator Walter Edinger, Werner Hauser (Sparkasse Kufstein), Wilhelm Mölg sowie Erwin Bernhard

Schwoich kämpft weiter gegen Baurestmassendeponie

Ca. 250 Bürger folgten der Einladung der Bürgerinitiative  Schwoich zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am 29. August im Saal  des Gasthofes Neuwirt in Schwoich.

Armin Hofreiter, Sprecher der Bürgerinitiative, teilte mit, dass die Firma Rohrdorfer - anders wie in einem Informationsschreiben an die Haushalte in Schwoich angekündigt - noch keinen neuen  Antrag beim Land Tirol eingebracht hat. Ebenso gäbe es noch keine Vereinbarung zwischen der Gemeinde Schwoich und der Firma Rohrdorfer über einen Verzicht über die Deponierung  von Asbest und ähnlichen Gefahrengütern.
Durch regelmäßige Blutentnahmen bei Freiwilligen von Dr. Sunhild Hofreiter-Schütte will man eine Datenbank aufbauen, die Veränderungen in den nächsten Jahren festhält.

Diskussionsrunde
Den Fragen der Bürger stellten sich an diesem Abend auch Michael Riedhart (ÖVP), Daniel Veselinovic (SPÖ), Carmen Schimanek (FPÖ) und Iris Kahn (Grüne) sowie Markus Sint von der Liste Fritz. Einig war man sich darin,  dass alles getan werden muss, um die Deponie in Schwoich und das Zwischenlager in Kufstein zu verhindern, wobei es aufgrund der Wahlzeit auch immer wieder zu verbalen Seitenhieben Richtung der anderen Parteien kam.
Sint schlug vor, dass das Land ähnlich wie bei der Betreibung von Steinbrüchen – welches auch bundesgesetzlich geregelt ist – regulierend eingreifen soll. Bei einem Treffen der Bürgerinitiativen Schwoich und Kufstein mit LA Alois Margreiter und Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger sowie der ehemaligen Bundesministerin Elisabeth Köstinger wurde darauf hingewiesen, dass hier das Land Tirol durch eine Änderung der Tiroler Raumordnungsgesetze gefordert ist. Margreiter und Hechenberger versprachen, bei einem Zusammentreffen mit LH Günther Platter das Thema zu besprechen.

Fachvortrag
Dr. Albert Zawadil vom Bezirkskrankenhaus Kufstein hielt einen Fachvortrag über die Gefahrenstoffe, die momentan noch gelagert werden sollen (ausgeklammert wurden Asbest und Mineralwolle). Die Betroffenheit der Anwesenden war groß angesichts der vielen schleichenden Gesundheitsbedrohungen. Oft sei es schwierig bis unmöglich, im Nachhinein einen direkten Zusammenhang zwischen Erkrankungen und nahen Deponieflächen nachzuweisen, wie Dr. Zawadil ausführte.
Die Bürgerinitiative fühlt sich zudem von der Gemeindeführung nicht ausreichend vertreten. So warf Hofreiter Bgm. Josef Dillersberger vor, in seinen Pressestatements immer für die Deponie gewesen zu sein. Auch hatte man das Gefühl, dass bei den gemeinsamen Besprechungen bereits im Vorfeld alles abgesprochen war, so Hofreiter. Bgm. Dillersberger zeigte sich über diese Vorwürfe sehr verwundert.
Birgit Feldkircher wollte von den Bürgern wissen, ob man es gut sein lassen soll oder weiter kämpfen will. Einstimmig war man sich einig, weiterzukämpfen. Hofreiter merkte dazu an, dass die Bürgerinitiative Schwoich nicht „Nein“ zu allem sagt, sondern eine sogenannte Inertdeponie, also eine Deponie für niederschwellige Bausrestmassen,  durchaus denkbar sei.

V. l.: Michael Riedhart, Markus Sint, Daniel Veselinovic, Carmen Schimanek, Iris Kahn und Moderator Martin Heis.
Foto: Haselsberger

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