Die Stadt Kufstein hat Stadtrat Lukas Blunder (ehem. MFG) verklagt – nun ist die Verschwiegenheit aufgehoben. Die Unterlassungsklage, mehrheitlich vom Stadtrat am 15. Dezember 2025 beschlossen und am 23. Dezember eingereicht, basiert auf Blunders Aussagen in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Überprüfungsausschusses vom 26. November 2025.
Dringlichkeitsantrag mit Wende
Bei der Gemeinderatssitzung am 4. Februar stellte Blunder einen Dringlichkeitsantrag, um von seiner Verschwiegenheitspflicht entbunden zu werden – dies sei essenziell für seine Gerichtsverteidigung.
Bgm. Martin Krumschnabel (Parteifreie) hielt dies für richtig, forderte aber Ausnahmen für alle Beteiligten und brachte einen Abänderungsantrag ein.
Einstimmige Entscheidung
Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu: Die Verschwiegenheitspflicht ist nun für alle relevanten Personen aufgehoben. Damit können Gerichte nun alle Aussagen prüfen.
Auch heuer wurde auf Initiative der Fachgruppe des Energiehandels der Wirtschaftskammer das Projekt „Kinder-Erlebnis-Raum Energie“ (KiERa) durchgeführt und Volks- sowie Mittelschülern das Thema Energie in spielerischer Weise vermittelt.
Rund 300 Schüler der Volksschulen Hinterthiersee, Rettenschöss, Kirchbichl, Reith i. A., Angerberg, Scheffau, Kundl, und Kufstein sowie der Mittelschulen Langkampfen, Breitenbach und Kundl setzten sich in der Wirtschaftskammer Kufstein am 29. und 30. Jänner spielerisch mit dem Thema Energie auseinander – vom bewussten Umgang mit Ressourcen bis hin zu nachhaltigen Energieträgern.
Zentrales Element des Projekts sind fünf Holzkojen, die mit den unterschiedlichsten wissensvermittelnden Spielen ausgestattet sind. „Das Thema Energie prägt den Alltag immer entscheidender. Ich denke, dass dies auch für die Zukunft komplexe Fragen aufwirft. Wenn man eine spielerische Möglichkeit für Kinder hat, das Thema Energie kennenzulernen, ist das eine tolle Herangehensweise“, freut sich WK-Bezirksobfrau Sonja Altenburger.
„Den Kindern wird auf spielerischer Art und Weise bewusst gemacht, wie man im täglichen Leben Energie einsparen kann. Es werden einfache praktische Sachen gezeigt, die von den Kindern umgesetzt werden können“, ergänzt WK-Bezirksstellenleiterin Verena Weiler.

Die Kinder der Klasse 4a von der VS Kufstein-Zell lernten die unterschiedlichen Energieformen auf spielerische Weise kennen. 
V. l.: WK-Bezirksstellenleiterin Verena Weiler, WK-Bezirksobfrau Sonja Altenburger sowie Sonia Beiu, GF der Fachgruppe Energiehandel Tirol
Christian Widauer und Hugo Neuhauser vom Kulturverein Wunderlich präsentierten auch für das kommende Jahr wieder ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Ein bunter Mix aus Kabarett, Vorträgen, Konzerten, Tanzshows und Musik soll ein breites Publikum ansprechen.
Seit mittlerweile 26 Jahren holt der Verein Wunderlich unter dem Motto „Kleinkunst auf Großstadtniveau“ namhafte Künstler in die Festungsstadt. Heuer wurde das Programm mit „nur“ sieben Veranstaltungen zwar etwas gestrafft, trotzdem können sich die Besucher auf vier Tirol- und eine Österreich-Premiere im Kultur Quartier Kufstein freuen.
Den Auftakt bildet am 28. Februar Roger Schäli mit einer Tirol-Premiere: In seinem spannenden Vortrag berichtet der Schweizer Ausnahmealpinist von seinem Projekt „North6“. Das erste Highlight folgt genau einen Monat später: Die Percussion Boy-Band „Louie´s Cage Percussion“ zeigen ihr neues Programm „pure“ – wie immer rasant und voller Witz und Esprit (28. März).
Kabarett, Tanz und A cappella
Kaum vorstellbar sind die Wunderlichen Kulturtage ohne Sigi Zimmerschied: Am 25. April kommt der Kabarettist mit seinem neuen Programm „Kein Thema“ nach Kufstein.
Das zweite Programmhighlight ist eine Österreich-Premiere: Die M.A.K. Dance Company aus Freiburg, eine der renommiertesten Ensembles für „contemporary Dance“, zeigen am 6. Juni ihre neue Dance-Show „Movie Night“.
Nach der Sommerpause geht es zurück in die 90er-Jahre: Die A cappella Girlband „Medlz“ versprechen mit den besten Hits dieser Zeit einen unvergesslichen Abend (19. September, Tirol-Premiere).
Moderne Blasmusik auf allerhöchstem Niveau bietet die Band Federspiel. Mit ihrem neuen Programm „Wir und jetzt“ machen Sie am 31. Oktober auch in Kufstein Station.
Zum Jahresabschluss wird am 21. November die Vorweihnachtszeit eingeläutet - und zwar so lustig wie nie zuvor: Zusammen mit Lilian Klebow und Gernot Haas heißt es „Oh Pannenbaum“ im Kultur Quartier. Kabarett, Comedy und herzhafte Gesangseinlagen inklusive (Tirol-Premiere).
Hohe Subvention
Der Kulturverein Wunderlich ist mit einem Zuschuss von € 36.000,- auch heuer der best subventionierte Verein der Stadt Kufstein, wie Kulturreferent Klaus Reitberger erklärt: „Es hat sich über die Jahrzehnte ein Know-How und ein Fingerspitzengefühl der Herangehensweise aufgebaut, das in der Kulturszene sein Beispiel sucht“, fand Reitberger lobende Worte.
Karten und weitere Infos unter www.woassteh.com

V. l.: Johannes Juffinger (Stadtwerke Kufstein), Kulturreferent Klaus Reitberger, Hugo Neuhauser und Christian Widauer (Kulturverein Wunderlich), Daniela Bucher (Sparkasse Kufstein) sowie Wolfgang Gschwentner (Stadtwerke Kufstein)
Nach der Gemeinderatswahl 2022 kündigte Bürgermeisterin Hedi Wechner ihren Rückzug aus der Politik an. Der Zweitplatzierte auf ihrer Liste, Stadtrat Christian Kovacevic, übernahm in der Folge den Fraktionsvorsitz. Inzwischen haben drei weitere Gemeinderäte der Liste den Rücken gekehrt.
Vier Austritte
Bereits im November 2022 kündigten die beiden Gemeinderäte Ing. Emil Dander und Dr. Herbert Pertl an, aus der Liste Hedi Wechner auszutreten und unter ihrem ehemaligen Namen „Unabhängiges Forum Wörgl“ aufreten zu wollen. Nach einem weiteren Austritt von Ersatz-GR Andreas Schmidt Ende letzten Jahres folgt jetzt die nächste Hiobsbotschaft für Kovacevic: Vergangene Woche kündigte GR Gabi Madersbacher in einer Presseaussendung an, die Fraktion zu verlassen. „Ausschlaggebend dafür sind zunehmende inhaltliche und politische Differenzen mit der aktuellen Fraktionsführung. In vielen zentralen Fragen haben sich im Laufe der Zeit zunehmend unterschiedliche Auffassungen über die politische Arbeit und Ausrichtung herauskristallisiert“, erklärt Madersbacher ihre Beweggründe. Gleichzeitig kündigte die Bezirkssprecherin der Liste Fritz an, bei den nächsten Gemeinderatswahlen in zwei Jahren als Spitzenkandidation der Liste Fritz in Wörgl zu kandidieren.
Parteiwechsel als Grund?
Selbstverständlich sei man als mehrheitliche SPÖ-Fraktion inhaltlich und politisch nicht immer einer Meinung mit Madersbacher und der Liste Fritz, erklärt Kovacevic: „Der Grund für ihre Neuausrichtung dürfte allerdings eher bei ihrem Parteiwechsel zu verorten sein. Wobei für mich gerade in der Kommunalpolitik Parteizugehörigkeiten weniger eine Rolle spielen sollten, als konstruktive und transparente Zusammenarbeit.“ Kovacevic respektiere die Ankündigung von Madersbacher, sich bereits jetzt mit ihrer Partei für die kommenden GR-Wahlen vorbereiten zu wollen: „Gleichzeitig weisen wir aber darauf hin, dass wir in besonderer Form den Wähler:innen der ‚Liste Hedi Wechner‘ verpflichtet sind.“
„Demokratiepolitisch bedenklich“
Dass die von der Liste Hedi Wechner nominierte und über die Fraktion gewählte Mandatare eigene Wege gehen, sei lt. Kovacevic demokratiepolitisch bedenklich und eine Wählertäuschung. Niemand habe 2022 die „Liste Fritz“ oder das „Unabhängige Forum Wörgl“ gewählt.
Kovacevic legt den drei Gemeinderäten Madersbacher, Dander und Pertl jetzt einen Mandatsverzicht nahe: „Zumindest sollten die Damen und Herren, die auf unseren Tickets im Gemeinderat sitzen, den Anstand besitzen und in nächster Zeit den Weg für die nachrückenden Personen frei machen.“
Austritte nicht zulässig
Lt. Tiroler Gemeindeordnung ist es nicht zulässig, während einer Legislaturperiode unter einem anderen (Listen-)Namen aufzutreten. Daher werden alle Mandatare bis zur kommenden Gemeinderatswahl (2028) offiziell unter jenen Listennamen geführt, mit dem ein Gemeinderatsmitglied bei der Wahl 2022 angetreten bzw. in den Gemeinderat eingezogen ist.
Auch die Redaktion des Kufsteinblick bezeichnet alle Mandatare mit dem offiziellen Listennamen - zum besseren Verständnis allerdings mit dem Zusatz (ehemals - bzw. ehem.).
StR. Christian Kovacevic
GR Gabi Madersbacher
Beim traditionellen Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Kufstein vergangenen Mittwoch, 14. Jänner, standen aktuelle Wirtschaftsthemen aus dem Bezirk im Mittelpunkt. Dazu präsentierte WK-Präsidentin Barbara Thaler die neuen Konjunkturdaten.
Bewilligungen, Verkehr und Wertschätzung
Die WK-Bezirksobfrau Sonja Altenburger fordert für Unternehmer eine „Fast-Lane“ für schnellere Baubewilligungen: „Unternehmen, die investieren, Arbeitsplätze schaffen und Verantwortung übernehmen, brauchen eine verlässliche und zeitnahe Zusage. Wenn es ein Projekt ist, das allen behördlichen Vorgaben entspricht, dann soll man als Unternehmer bevorzugt behandelt werden.“ Nur so würden Investitionen und Wertschöpfung möglich sein. Letztere sei lt. Altenburger ein zentrales Anliegen im Bezirk Kufstein: Unter dem Leitgedanken „Zusammen:mehr – Wertschätzung für Wertschöpfung“ will die WK-Bezirksstelle Kufstein verdeutlichen, welche Bedeutung eine funktionierende Wirtschaft für den Bezirk hat.„Jedem, der hier vor Ort Abgaben zahlt, Vorort kauft und das soziale Gefüge mit unterstützt, soll Wertschätzung für seine Wertschöpfung entgegengebracht werden“, fasst die Bezirksobfrau zusammen.
Ein weiteres Thema für den Bezirk Kufstein bleibt die Verkehrssituation, insbesondere die Blockabfertigung an der Grenze zu Bayern. Unkalkulierbare Wartezeiten führen zu Verzögerungen bei Lieferketten, belasten den Wirtschaftsverkehr und wirken sich auch auf den regionalen Nahverkehr aus. Eine Patentlösung hierfür gibt es lt. Altenburger aber nicht. WK-Präsidentin Thaler spricht sich beim Land Tirol dafür aus, unterschiedliche Modelle zu erproben. Beispielsweise könnte das Nachtfahrverbot an neuralgischen Tagen um eine Stunde vor- oder zurückverlegt werden, um die Auswirkungen auf den Frühverkehr zu analysieren.
Wirtschaft stabilisiert sich
„Die Tiroler Wirtschaft hat wieder Boden unter den Füßen – aber sie läuft noch vorsichtig“, betonte Thaler. Die jüngsten Konjunkturdaten würden zeigen, dass sich die Lage gegenüber dem Vorjahr spürbar verbessert und stabilisiert hat.
Stabilisierend wirkt vor allem der Tourismus, auch Handel sowie Information & Consulting verzeichnen deutliche Verbesserungen, die Bauwirtschaft bleibt trotz Fortschritte weiterhin die einzige Branche im negativen Bereich.
Als größte Belastungen nennen die Unternehmen weiterhin hohe Arbeitskosten, Bürokratie sowie Steuern und Abgaben. Unter der Voraussetzung stabiler geopolitischer Rahmenbedingungen erwartet die Wirtschaftskammer Tirol für heuer ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent.

V. l.: Bezirksstellenleiterin Verena Weiler, WK Tirol Präsidentin Barbara Thaler sowie Bezirksobfrau Sonja Altenburger
